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Beschreibung
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat den einseitigen Hörverlust („Unilateral Hearing Loss“, UHL) im Jahr 2021 in ihrem World Report on Hearing als eigenständigen Grad des Hörverlusts eingeführt. UHL ist definiert als normales Hörvermögen auf einem Ohr in Kombination mit einem mittel- bis hochgradigen Hörverlust auf dem anderen Ohr. Die WHO geht davon aus, dass Betroffene mit UHL Schwierigkeiten haben können, Schallquellen zu lokalisieren. Diese Annahme und den Einfluss einer Hörgeräteversorgung auf die Lokalisationsleistung haben wir in unserer Studie experimentell überprüft.
Insgesamt nahmen elf Personen mit UHL an unserer Studie teil. Alle Teilnehmenden waren erfahrene Nutzerinnen und Nutzer eines Hörgeräts (HG). Die Lokalisationsleistung wurde in der frontalen horizontalen Ebene sowohl ohne als auch mit HG untersucht.
Wie von der WHO angenommen, war die Lokalisationsleistung der Teilnehmenden mit UHL ohne HG signifikant schlechter als die von Personen mit beidseitig normalem Hörvermögen. Bemerkenswert ist jedoch, dass sich die Lokalisationsleistung durch das Tragen des HGs entgegen der gängigen Erwartung zusätzlich verschlechterte. Mit Ausnahme einer Person zeigten alle Teilnehmenden eine deutliche Verschlechterung der Lokalisationsleistung und eine konstante Verschiebung der Lokalisationsantworten in die Richtung des normalhörenden Ohres.
Die Ergebnisse bestätigen somit die Annahme der WHO, dass einseitiger Hörverlust mit einer eingeschränkten Lokalisationsleistung einhergehen kann. Die beobachtete zusätzliche Verschlechterung der Lokalisationsleistung bei Hörgerätenutzung könnte dazu beitragen, dass einseitige Hörgeräteversorgungen im Vergleich zu beidseitigen Versorgungen eine geringere Akzeptanzrate zeigen.